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Open Innovation

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Open Innovation ist ein Konzept, das die traditionelle Sichtweise auf den Innovationsprozess in Unternehmen revolutioniert hat. Geprägt wurde der Begriff von Henry Chesbrough, einem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, der damit eine neue Ära in der Art und Weise einläutete, wie Unternehmen Innovationen generieren und umsetzen.

Im Kern geht es bei Open Innovation um die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen nach außen. Open Innovation bricht mit dem traditionellen Modell der geschlossenen Innovation, bei dem Forschung und Entwicklung (F&E) intern stattfinden und externe Einflüsse weitgehend ausgeschlossen sind.  Dies bedeutet, dass neben den internen Ideen und Ressourcen auch externe Quellen wie Kunden, Forschungseinrichtungen, Start-ups oder sogar Wettbewerber in den Innovationsprozess einbezogen werden. Unternehmen nutzen dabei sowohl externe Ideen als auch interne Ideen und kombinieren diese, um ihre Technologien weiterzuentwickeln und neue Märkte zu erschließen.

Stattdessen fördert Open Innovation eine durchlässige Unternehmensgrenze, die den Austausch von Wissen und Ressourcen zwischen dem Unternehmen und seiner externen Umgebung ermöglicht. Dies umfasst die Nutzung externer Informationsquellen, die Kooperation mit externen Akteuren und die Kommerzialisierung von Technologien durch vielfältige externe Kanäle.

Wesentliche Aspekte
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  1. Externe Wissensquellen: Unternehmen nutzen aktiv Wissen und Ideen von außerhalb ihrer eigenen Grenzen. Dies kann durch Partnerschaften, Kooperationen, den Erwerb von Start-ups oder durch Crowdsourcing erfolgen.
  2. Interne und externe Wege zur Markteinführung: Innovationen werden nicht nur intern entwickelt und vermarktet, sondern können auch durch externe Kanäle, wie Spin-offs oder Lizenzierungen, zum Markt gebracht werden.
  3. Kollaborative Entwicklung: Open Innovation fördert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, einschließlich Kunden, Lieferanten, Forschungsinstituten und anderen Unternehmen, um gemeinsam Innovationen zu entwickeln.
  4. Dynamischer Wissensaustausch: Der Austausch von Wissen und Technologien zwischen Unternehmen und externen Partnern ist ein zentraler Bestandteil. Dieser Austausch ist oft bidirektional, was bedeutet, dass beide Seiten Wissen und Ressourcen teilen und davon profitieren.
  5. Anpassungsfähige Geschäftsmodelle: Unternehmen, die Open Innovation praktizieren, müssen flexible Geschäftsmodelle haben, die es ihnen ermöglichen, externe Innovationen zu integrieren und gleichzeitig ihr eigenes geistiges Eigentum zu schützen.

 

Vorteile #

  • Beschleunigte Innovation: Durch die Einbeziehung externer Quellen können Unternehmen die Geschwindigkeit ihrer Innovationsprozesse erhöhen.
  • Kosteneffizienz: Die Teilung von Forschungs- und Entwicklungskosten mit externen Partnern kann die finanzielle Belastung reduzieren.
  • Zugang zu neuen Märkten und Technologien: Durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern können Unternehmen Zugang zu neuen Märkten und Technologien erhalten, die sie allein möglicherweise nicht erreichen würden.
  • Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit: Unternehmen, die offen für externe Innovationen sind, können sich schneller an verändernde Marktbedingungen anpassen und bleiben wettbewerbsfähig.

 

Beispiele aus der Praxis #

  1. Österreichische Bundesbahnen (ÖBB): Die ÖBB nutzt ihre Open Innovation Plattform, um Bürger in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen einzubeziehen. Durch Umfragen, Diskussionen und Beta-Tests werden Ideen gesammelt und in Prototypen umgesetzt.
  2. Ludwig Boltzmann Gesellschaft: Im Rahmen ihrer Open Innovation in Science-Kampagne hat die Gesellschaft eine Initiative gestartet, um Forschungsthemen basierend auf den Vorschlägen von Betroffenen psychischer Krankheiten, deren Angehörigen sowie medizinischem Fachpersonal zu identifizieren. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Forschung eng an den Bedürfnissen der Gesellschaft ausgerichtet ist.