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Offene Kultur in der digitalen Gesellschaft

Creative Commons Licenses

Die Creative Commons ist eine Organisation, welche vorgefertigte Lizenzverträge anbietet.
Die Lizenzen sind modulartig, aufgebaut und bestehen aus kurzen und einfachen Lizenzverträgen, die der Rechteinhaber durch das entsprechende Symbol im Werk kenntlich macht. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Lizenzform in den Metadaten der zu lizenzierenden Datei zu hinterlegen, damit Suchmaschinen diese indizieren können und die Lizenz der Datei unabhängig von der Webseite ausfindig gemacht werden kann. Hier können Einschränkungen getätigt werden:

1. ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt wird oder nicht
2. ob Bearbeitungen erlaubt sind oder nicht und
3. ob Bearbeitungen unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden müssen oder nicht

 Aus diesen Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich sechs mögliche Lizenzformen:


CC BY
: Diese Lizenz erlaubt das Werk zu ändern, es weiter zu verbreiten, es einzubinden, sowie kommerzielle Nutzung bei Nennung des Urhebers.


CC BY-SA
: Diese Lizenz erlaubt das Werk zu ändern, es weiter zu verbreiten, es einzubinden, sowie kommerzielle Nutzung bei Nennung des Urhebers unter der Bedingung, dass neue Werke unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden.

Die CC BY und CC BY-SA sind die Lizenzformen die dem OpenData-Gedanken am nächsten kommen.

Daneben existieren noch weitere restriktivere CC-Lizenzen die sich nicht als Open Data-Lizenzen eignen:


CC BY-NC
: Diese Lizenz erlaubt das Werk zu ändern, es weiterzuverbreiten, und es einzubinden bei Nennung des Urhebers. Die kommerzielle Nutzung ist untersagt.

CC BY-NC-ND: Diese Lizenz verbietet jegliche Bearbeitung des Werkes sowie dessen kommerzielle Verwendung. Das Weiterverbreiten muss unter der Nennung des Urhebers erfolgen.

CC BY-ND: Diese Lizenz erlaubt die kommerzielle wie nichtkommerzielle Weitergabe des Werkes. Veränderungen am Original sind nicht gestattet. Die Weiterverbreitung muss immer unter Nennung des Urhebers erfolgen.

CC BY-NC-SA: Diese Lizenz erlaubt die Weitergabe, Veränderung und Einbindung, solange dies nichtkommerziell erfolgt, der Urheber genannt wird und das neue Werk unter den gleichen Lizenzbedingungen weitergereicht wird.

Ein wichtiger Baustein der Open Data Philosophie ist die Möglichkeit der Weiterverarbeitung der Daten und der kommerzieller Verwendung unter einer anderen Lizenzform. Diese sind unter den Modulen NC,SA,ND untersagt.

License-Choose

Creative Commons bietet eine einfaches Formular den sogenannten License-Choose an. Dort kann eine Lizenz nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen erstellt werden.

Die einfachste Lizenzform verlangt immer die Nennung des Urhebers. Jede der genannten Bedingungen kann aufgehoben bzw. anders ausgelegt werden, wenn der Eigentümer ausdrücklich einwilligt. Diese Lizenzen haben allerdings keinen Einfluss auf rechtliche Schranken des Urheberrechts. Die CC-Lizenzen haben sich bereits im Web etabliert. Jedoch bieten sich nur zwei der sechs möglichen Kombinationen der CC aus Open Data an. Das Verbot, das Werk kommerziell zu nutzen, und das Verbot, es weiterzubearbeiten, verstößt gegen grundlegende Open Data-Prinzipien.

Public Domain Dedication License (CC0)

Eine weitere Form der Lizenzen bietet Creative Commons unter der Public Domain Dedication License – CC0 an. Unter Einbindung der CC0-1.0 Public Domain Dedication-Lizenz entlässt der Autor seine Daten bzw. sein Werk in die Gemeinfreiheit. Die Public Domainist keine Lizenz im ursprünglichen Sinne, sondern beschreibt generell den Verzicht des Autors auf jegliche Urheberrechte zugunsten der Allgemeinheit. Im Gegensatz zu den USA, wo Werke unter Public Domain gestellt werden können, ist dies in Deutschland nicht möglich.

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Offene Lizenzen für Datenbanken und Rohdaten

Die Creative Commons-Lizenzen eignen sich nicht für Datenbanken oder Rohdatendaten, da diese, vereinfacht ausgedrückt, in Deutschland nicht als schutzwürdige Werke unter das Urheberrecht, sondern als Sammlungen unter das Leistungsschutzrecht fallen. Weiterhin ist die als virale Lizenz oder Copyleft zu bezeichnende „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ der CC-BY-SA-Lizenz, besonders unter kommerziellen Gesichtspunkten, als fraglich einzustufen. Da z.B., zuschaltbare Ebene einer Karte, welche unter CC-BY-SA Lizenz steht, in Kombination mit proprietären Daten gebraucht würde, eine Weitergabe unter gleichen Lizenzbedingungen zu erfolgen hat. Dies macht es unmöglich Werke oder Datenbanken unter dieser Lizenzform zu verwenden.

Die CC-Lizenzen sind für kreative Schöpfungen entwickelt worden, wie für geschriebene Dokumente, Bilder, Fotos und Musik. Für Datenbanken ist die Rechtslage dieser Lizenz weitgehend unklar. Hier helfen die von der OKNF entwickelten Open Database License (ODbL) weiter.

Lizenzinkompatibilität

Lizenzinkompatibilitäten sind ein großes Problem für die Open-Culture-Bewegung, da deren zentrale Idee darin besteht, dass Inhalte der kulturellen Allmende gemixt, neu kombiniert und angeordnet sowie in neue Zusammenhänge gestellt werden können.

Da die Lizenzbestimmung von CC BY-SA und CC BY-NC-SA unterschiedlich sind – letztere verbietet die kommerzielle Nutzung – kann der Bearbeiter die SA-Regeln nicht einhalten. Entweder er verstößt gegen die SA-Klausel der einen oder der anderen Lizenz. Man spricht in diesem Fall von einer „Lizenzinkompatibilität“. Eine Lizenzinkompatibilität ist eine Situation, in der der Nutzer nur eine von zwei oder mehreren widersprüchlichen Lizenzbedingungen erfüllen kann, während er zwangsläufig gegen andere Regelungen verstößt.

Lizenzinkompatibilitäten unterbinden viele potenzielle Nutzungen und verstärken die Rechtsunsicherheiten, die beim kreativen Umgang mit fremdem Material, u. a. im Wege des Remixing und Mashing, einhergehen, immens. Die Dimension des Problems der Lizenzinkompatibilität wird durch die Tatsache illustriert, dass selbst die meisten CC-Lizenzen untereinander nicht kompatibel sind, ganz zu schweigen von anderen Open-Content-Lizenzformen. Dies führt zu dem unerwünschten Ergebnis, dass Inhalte mit verschiedenen Lizenzen nicht kombiniert werden können.

Beispielsweise würde in einem Videoclips das zu zu einem Mash-up zusammenfügt wird, Musik, Bilder und Illustrationen verwendet die teils unter CC BY-SA, CC BY-NC und CC BY-NC-SA lizenziert sind: Da die einzelnen Bestandteile des Mash-ups ein neues Ganzes bilden, muss die Kombination, der Mash-up, vollständig unter eine einzelne Lizenz (z. B. CC BY-SA) gestellt werden. Dies ist jedoch nicht möglich, weil sowohl die CC BY-SA-Lizenz als auch die CC BY-NC-SA-Lizenz sinngemäß sagen: „Sie dürfen den Mash-up nur unter diesen Lizenzbedingungen verteilen und dürfen ihnen keine zusätzlichen Beschränkungen hinzufügen.“ Lizenzinkompatibilitäten gefährden die Nutzbarkeit von freien Inhalten und damit die kulturelle Allmende.

Nachfolgend sind die Kompabilitäten der Lizenzen untereinander dargestellt:

creatice commons